Bei einem Bauvorhaben im Süden Lippstadts, nahe der Lippe, standen wir vor der Frage, ob eine Rigole unter der geplanten Tiefgarage überhaupt funktioniert. Der Aushub zeigte feinsandige Schluffe – optisch undurchlässig, aber das Gefühl kann trügen. Also haben wir den Lefranc-Versuch im Bohrloch angesetzt, um den kf-Wert direkt in 4 Meter Tiefe zu bestimmen. Die Messung ergab überraschend klare Werte für eine langsame, aber stabile Versickerung. In Lippstadt mit seinen 68.000 Einwohnern und den quartären Lockergesteinen der Lippe-Aue ist der Felddurchlässigkeitsversuch oft die einzige Methode, die wirklich belastbare Zahlen liefert. Vor allem, wenn der Grundwasserspiegel schwankt und die Schichtung heterogen ist, lohnt sich der Aufwand, den hydraulischen Durchlässigkeitsbeiwert am ungestörten Boden zu erfassen. Das ergänzt die Laborwerte aus der Korngrößenanalyse und zeigt das tatsächliche Fließverhalten im Untergrund.
Ein einziger Feldversuch im Bohrloch erspart oft monatelange Diskussionen mit der Wasserbehörde – weil der gemessene kf-Wert mehr wiegt als jede Annahme aus dem Labor.
Standortspezifische Faktoren
Lippstadt hat eine lange Tradition im Wasserbau – die Lippe und der historische Kanal prägen die Stadt seit dem Mittelalter. Diese wasserreiche Umgebung macht den Baugrund allerdings tückisch. Wer in den Auenlehmen oder den sandig-kiesigen Terrassenablagerungen baut und keine belastbaren Durchlässigkeitsbeiwerte ermittelt, riskiert zwei Extreme: Entweder die Versickerungsanlage wird überdimensioniert und frisst unnötig Fläche, oder sie fällt zu klein aus und das Niederschlagswasser staut sich zurück – mit Folgeschäden an der Abdichtung. Noch kritischer wird es bei Tiefbaumaßnahmen, wo ein unterschätzter Wasserandrang die Baugrube fluten kann. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon ist hier kein optionaler Zusatz, sondern die versicherungstechnische Grundlage, um Wasserhaltungskosten und Setzungsrisiken kalkulierbar zu machen. Unser Labor ist nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert, sodass die Messwerte auch vor Gericht Bestand haben.
Gängige Fragen
Ab wann ist ein Felddurchlässigkeitsversuch in Lippstadt Pflicht?
Sobald eine Versickerungsanlage nach DWA-A 138 bemessen wird oder Wasserhaltungsmaßnahmen für eine Baugrube zu dimensionieren sind, verlangt die Wasserbehörde in Lippstadt belastbare kf-Werte. Der Feldversuch liefert den Nachweis, den eine reine Laborbestimmung nicht erbringen kann.
Welchen Versuch brauche ich – Lefranc oder Lugeon?
Das hängt vom Baugrund ab. In den Lockergesteinen der Lippeaue und der Terrassenkiese ist der Lefranc-Versuch das Mittel der Wahl. Im Festgestein des nördlichen Haarstrangs oder bei klüftigem Untergrund führen wir den Lugeon-Test mit fünf Druckstufen durch. Wir entscheiden das nach der ersten Erkundungsbohrung.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Für eine Messtiefe rechnen Sie mit etwa zwei bis drei Stunden reiner Versuchszeit. Dazu kommt die Bohrzeit für die Herstellung des Bohrlochs. In der Regel ist ein Messtag ausreichend, um zwei bis drei Tiefenstufen in Lippstadt abzuarbeiten.
Kann ich den Felddurchlässigkeitsversuch mit anderen Untersuchungen kombinieren?
Ja, das ist sogar wirtschaftlich sinnvoll. Im selben Bohrloch lässt sich der Lefranc-Versuch mit einer SPT-Bohrung zur Tragfähigkeitsbestimmung oder einer Bodenprobenentnahme für die Korngrößenanalyse kombinieren. Das spart Mobilisierungskosten und liefert ein vollständiges Bodenprofil.
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Lippstadt?
Der Preis für einen Felddurchlässigkeitsversuch in Lippstadt liegt je nach Tiefe, Anzahl der Messtufen und Bohrverfahren zwischen €500 und €980. Darin enthalten sind die Versuchsdurchführung, die Auswertung nach DIN 18130 und das prüffähige Protokoll.