← Home · In-Situ-Prüfungen

Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) – Versickerungsfähigkeit direkt am Standort Lippstadt messen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Bei einem Bauvorhaben im Süden Lippstadts, nahe der Lippe, standen wir vor der Frage, ob eine Rigole unter der geplanten Tiefgarage überhaupt funktioniert. Der Aushub zeigte feinsandige Schluffe – optisch undurchlässig, aber das Gefühl kann trügen. Also haben wir den Lefranc-Versuch im Bohrloch angesetzt, um den kf-Wert direkt in 4 Meter Tiefe zu bestimmen. Die Messung ergab überraschend klare Werte für eine langsame, aber stabile Versickerung. In Lippstadt mit seinen 68.000 Einwohnern und den quartären Lockergesteinen der Lippe-Aue ist der Felddurchlässigkeitsversuch oft die einzige Methode, die wirklich belastbare Zahlen liefert. Vor allem, wenn der Grundwasserspiegel schwankt und die Schichtung heterogen ist, lohnt sich der Aufwand, den hydraulischen Durchlässigkeitsbeiwert am ungestörten Boden zu erfassen. Das ergänzt die Laborwerte aus der Korngrößenanalyse und zeigt das tatsächliche Fließverhalten im Untergrund.

Ein einziger Feldversuch im Bohrloch erspart oft monatelange Diskussionen mit der Wasserbehörde – weil der gemessene kf-Wert mehr wiegt als jede Annahme aus dem Labor.

Ablauf und Umfang

In Lippstadt sehen wir regelmäßig, dass die geologischen Karten nur ein grobes Bild der Durchlässigkeit zeichnen – die Realität im Bohrloch ist oft eine andere. Deshalb setzen wir auf die Kombination aus Lefranc- und Lugeon-Methodik. Der Lefranc-Versuch mit konstanter oder fallender Druckhöhe eignet sich für Lockergesteine und liefert reproduzierbare kf-Werte, während wir den Lugeon-Test im klüftigen Festgestein am Haarstrang nördlich der Stadt anwenden. Beide Verfahren folgen der DIN 18130 und den Empfehlungen des DWA-Arbeitsblatts A 138 für die Bemessung von Versickerungsanlagen. Ein wichtiger Punkt: Wir dokumentieren die Absenkkurve lückenlos, sodass der planende Ingenieur die Werte direkt in sein Grundwassermodell übernehmen kann. Besonders bei Bauvorhaben mit wasserrechtlichen Auflagen ist diese Transparenz entscheidend. Für die Gründungsplanung kombinieren wir den Durchlässigkeitsversuch häufig mit einer SPT-Bohrung, um neben der Wasserwegigkeit auch die Tragfähigkeit des Baugrunds zu bestimmen. Bei heterogenen Sand-Kies-Schichten im Lippstädter Norden liefert der Felddurchlässigkeitsversuch außerdem die Basis, um den Erfolg von Schottersäulen als Dränageelement seriös zu prognostizieren.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) – Versickerungsfähigkeit direkt am Standort Lippstadt messen
Technisches Referenzbild — Lippstadt

Standortspezifische Faktoren

Lippstadt hat eine lange Tradition im Wasserbau – die Lippe und der historische Kanal prägen die Stadt seit dem Mittelalter. Diese wasserreiche Umgebung macht den Baugrund allerdings tückisch. Wer in den Auenlehmen oder den sandig-kiesigen Terrassenablagerungen baut und keine belastbaren Durchlässigkeitsbeiwerte ermittelt, riskiert zwei Extreme: Entweder die Versickerungsanlage wird überdimensioniert und frisst unnötig Fläche, oder sie fällt zu klein aus und das Niederschlagswasser staut sich zurück – mit Folgeschäden an der Abdichtung. Noch kritischer wird es bei Tiefbaumaßnahmen, wo ein unterschätzter Wasserandrang die Baugrube fluten kann. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon ist hier kein optionaler Zusatz, sondern die versicherungstechnische Grundlage, um Wasserhaltungskosten und Setzungsrisiken kalkulierbar zu machen. Unser Labor ist nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert, sodass die Messwerte auch vor Gericht Bestand haben.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: info@geotechnik.biz

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Versuchstyp LockergesteinLefranc (konstante / fallende Druckhöhe)
Versuchstyp FestgesteinLugeon (5 Druckstufen à 10 min)
Normative GrundlageDIN 18130, DWA-A 138, Eurocode 7 (EN 1997-2)
Bohrlochdurchmesser80–200 mm (abhängig vom Bohrverfahren)
Messbereich kf-Wert1×10⁻³ bis 1×10⁻⁷ m/s
DokumentationDruck-Zeit-Diagramm, Absenkkurve, kf-Wert pro Tiefenstufe

Verwandte Dienstleistungen

01

Lefranc-Versuch im Bohrloch (Lockergestein)

Wir setzen den Versuch mit konstanter Druckhöhe in Sanden und Kiesen oder mit fallender Druckhöhe in Schluffen und Tonen an. Vor Ort in Lippstadt bestimmen wir den kf-Wert tiefenstufenbezogen und liefern ein prüffähiges Protokoll für die Entwässerungsplanung.

02

Lugeon-Versuch im Festgestein (Karst/Kluft)

Im verkarsteten Kalkstein des Haarstrangs oder im klüftigen Tonstein bei Erwitte messen wir mit fünf Druckstufen die Wasseraufnahme. Der Lugeon-Wert gibt Aufschluss über die Gebirgsdurchlässigkeit und ist Grundlage für Injektionsentscheidungen.

Geltende Normen

DIN 18130 – Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2) – Geotechnische Erkundung und Untersuchung, DIN EN ISO 17025 – Akkreditierung Prüflabor

Gängige Fragen

Ab wann ist ein Felddurchlässigkeitsversuch in Lippstadt Pflicht?

Sobald eine Versickerungsanlage nach DWA-A 138 bemessen wird oder Wasserhaltungsmaßnahmen für eine Baugrube zu dimensionieren sind, verlangt die Wasserbehörde in Lippstadt belastbare kf-Werte. Der Feldversuch liefert den Nachweis, den eine reine Laborbestimmung nicht erbringen kann.

Welchen Versuch brauche ich – Lefranc oder Lugeon?

Das hängt vom Baugrund ab. In den Lockergesteinen der Lippeaue und der Terrassenkiese ist der Lefranc-Versuch das Mittel der Wahl. Im Festgestein des nördlichen Haarstrangs oder bei klüftigem Untergrund führen wir den Lugeon-Test mit fünf Druckstufen durch. Wir entscheiden das nach der ersten Erkundungsbohrung.

Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?

Für eine Messtiefe rechnen Sie mit etwa zwei bis drei Stunden reiner Versuchszeit. Dazu kommt die Bohrzeit für die Herstellung des Bohrlochs. In der Regel ist ein Messtag ausreichend, um zwei bis drei Tiefenstufen in Lippstadt abzuarbeiten.

Kann ich den Felddurchlässigkeitsversuch mit anderen Untersuchungen kombinieren?

Ja, das ist sogar wirtschaftlich sinnvoll. Im selben Bohrloch lässt sich der Lefranc-Versuch mit einer SPT-Bohrung zur Tragfähigkeitsbestimmung oder einer Bodenprobenentnahme für die Korngrößenanalyse kombinieren. Das spart Mobilisierungskosten und liefert ein vollständiges Bodenprofil.

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Lippstadt?

Der Preis für einen Felddurchlässigkeitsversuch in Lippstadt liegt je nach Tiefe, Anzahl der Messtufen und Bohrverfahren zwischen €500 und €980. Darin enthalten sind die Versuchsdurchführung, die Auswertung nach DIN 18130 und das prüffähige Protokoll.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Lippstadt und Umgebung. Mehr Info.

Größere Karte ansehen