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Hänge & Wände in Lippstadt

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Die Kategorie Hänge & Wände umfasst alle geotechnischen Planungs- und Nachweisverfahren zur dauerhaften Sicherung von Geländesprüngen, Böschungen und Stützkonstruktionen. In Lippstadt, einer Stadt mit ausgeprägter Topographie entlang der Lippe und ihrer Nebengewässer, ist die Standsicherheit von natürlichen Hängen und künstlichen Einschnitten ein zentrales Thema für die Bauleitplanung und den Infrastrukturerhalt. Ob es sich um die Sicherung von Verkehrswegen, die Erschließung von Hanggrundstücken oder den Neubau von Gewerbegebieten handelt – ohne fundierte geotechnische Untersuchungen und Bemessungen entstehen hier erhebliche Risiken für Leib, Leben und Sachwerte.

Die lokalen geologischen Bedingungen in Lippstadt sind maßgeblich durch die Ablagerungen der Lippe und die Geschiebelehme der Saale-Kaltzeit geprägt. Weit verbreitet finden sich weichselzeitliche Niederterrassen mit Sand-Kies-Wechselfolgen, die lokal von bindigen Auelehmen überdeckt werden. Diese Schichten neigen bei Wasserzutritt zu schnellem Festigkeitsverlust, was die Stabilität von Böschungen und Hängen unmittelbar beeinflusst. Besonders in den Hanglagen zum Lippetal hin, etwa im Bereich der Kernstadt und der südlichen Ortsteile, treten häufig Schichtwasserhorizonte auf, die bei unsachgemäßer Entwässerung zu Gleitflächen und Rutschungen führen können. Eine sorgfältige Böschungsstabilitätsanalyse ist daher unverzichtbar.

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Für alle Maßnahmen in dieser Kategorie sind die nationalen und europäischen Regelwerke bindend. Maßgeblich ist der Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik (DIN EN 1997-1) mit seinem nationalen Anhang, ergänzt durch die ergänzenden Normen der Reihe DIN 1054 für Baugrund und Grundbau. Für die Bemessung von Stützwänden und Verankerungen sind zudem die Ausführungsnormen DIN EN 1536 (Bohrpfähle), DIN EN 1537 (Verpressanker) und DIN EN 14490 (Bodenvernagelung) heranzuziehen. Das in Nordrhein-Westfalen geltende Bauordnungsrecht verlangt bei Bauvorhaben in Hanglagen und bei Geländeveränderungen ab bestimmten Höhen einen rechnerischen Standsicherheitsnachweis, der nur von einem qualifizierten Geotechniker geführt werden darf.

Die typischen Projekte, die eine Leistung aus dem Bereich Hänge & Wände erfordern, sind vielfältig. Dazu zählen der Neubau von Wohngebäuden in Hanglage, die Errichtung von Lärmschutzwällen entlang der B 55 oder der Bahnstrecke Hamm–Warburg, die Ertüchtigung bestehender Stützwände an kommunalen Straßen sowie die Sicherung von Baugruben im innerstädtischen Bereich. Bei tiefen Einschnitten oder hohen Auffüllungen kommt oft eine Kombination aus bewehrten Erdkörpern und einer lastabtragenden Vorsatzschale zum Einsatz. Hierfür liefert die Stützwandbemessung den rechnerischen Nachweis der inneren und äußeren Tragfähigkeit. Bei beengten Platzverhältnissen oder großen Ankerlängen ist zudem eine differenzierte aktive/passive Verankerungsbemessung erforderlich, um die Kräfte sicher in den tragfähigen Baugrund abzuleiten.

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Verfügbare Leistungen

Böschungsstabilitätsanalyse

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Aktive/passive Verankerungsbemessung

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Stützwandbemessung

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Gängige Fragen

Was versteht man unter der Kategorie Hänge & Wände in der Geotechnik?

Die Kategorie umfasst sämtliche geotechnischen Planungen, Berechnungen und Nachweise zur Sicherung von natürlichen Hängen, künstlichen Böschungen und Stützkonstruktionen. Dazu gehören Standsicherheitsuntersuchungen, die Bemessung von Verankerungen und Stützwänden sowie die Festlegung von Entwässerungsmaßnahmen. Ziel ist es, Geländesprünge dauerhaft standsicher und gebrauchstauglich zu gestalten.

Wann ist in Lippstadt eine Böschungsstabilitätsanalyse erforderlich?

Eine Analyse ist immer dann nötig, wenn ein Geländesprung baulich verändert wird oder Bebauung ober- oder unterhalb eines Hanges geplant ist. Auslöser sind oft Baugenehmigungsverfahren, bei denen das Bauordnungsamt einen rechnerischen Nachweis nach DIN 1054 fordert. Auch bestehende Böschungen, die Anzeichen von Rutschungen oder Vernässung zeigen, müssen analysiert werden, um Gefahren abzuwenden.

Welche Normen gelten für die Bemessung von Stützwänden in Deutschland?

Maßgebend ist der Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) in Verbindung mit der nationalen Anwendungsnorm DIN 1054. Für die Ausführung von Stützkonstruktionen aus Beton und Stahlbeton gilt ergänzend die DIN EN 1992-1-1. Bei bewehrten Erdkörpern sind die Empfehlungen des Arbeitskreises Bautechnik der Länder (EAB) und die Zulassungsrichtlinien des DIBt zu beachten.

Welche geologischen Besonderheiten beeinflussen Hangsicherungen im Raum Lippstadt?

Die quartären Lockergesteine der Lippeaue, bestehend aus wechsellagernden Sanden, Kiesen und Auelehmen, sind stark grundwasserbeeinflusst. Schichtwasser kann die effektiven Spannungen im Boden reduzieren und Gleitflächen aktivieren. Zudem finden sich lokal Geschiebelehme mit steifplastischer Konsistenz, die bei Überlastung zu Kriechbewegungen neigen. Diese Bedingungen erfordern detaillierte hydrologische und bodenmechanische Untersuchungen.

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