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Dimensionierung flexibler Fahrbahnbefestigungen in Lippstadt

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Der schwere Fallhammer des Leichten Fallgewichtsgeräts schlägt im Sekundentakt auf den verdichteten Planumsboden am Rand eines Gewerbegebiets nahe der B55. Zwischen den Hammerschlägen notiert der Messtechniker die Einsenkungswerte, während im Hintergrund ein Bagger eine Schürfgrube für die Schichtaufnahme vorbereitet. In Lippstadt, auf den quartären Ablagerungen der Lippe, entscheidet dieser Belastungsversuch über den späteren Frostwiderstand der Asphalttragschicht. Die Dimensionierung flexibler Fahrbahnen erfordert hier mehr als Standardtabellen — das Zusammenspiel aus sandigen Talsedimenten und bindigen Auelehmen entlang der Lippe verlangt eine präzise abgestimmte Oberbaukonstruktion, die wirtschaftlich bleibt und dennoch den Verkehrslasten der nächsten 30 Jahre standhält. Für tiefergehende Baugrundaufschlüsse kombinieren wir die Oberbauprüfung mit der schweren Rammsondierung, sobald die Tragfähigkeit des Untergrunds zweifelhaft erscheint.

Die Lippstädter Lippe-Auelehme erreichen in nassen Frühjahren Frostempfindlichkeitsklasse F3 — das verlangt einen Oberbauzuschlag von mindestens 5 cm gegenüber der Standard-RStO-Bemessung.

Ablauf und Umfang

Die quartären Sedimente im Lippstädter Raum zeigen eine bemerkenswerte Heterogenität: westlich der Kernstadt dominieren sandig-kiesige Niederterrassenschotter mit Durchlässigkeitsbeiwerten von kf = 1×10⁻³ bis 1×10⁻⁴ m/s, während östlich der Lippe mächtige Auelehmpakete mit Plastizitätszahlen um Ip = 12-18 % anstehen. Diese Wechsellagerung führt zu punktuell stark unterschiedlichen Steifemoduln auf kurzer Distanz — ein Risiko für die Gleichmäßigkeit der Setzungen unter flexiblen Fahrbahnen. Die RStO 12 verlangt für derart inhomogene Untergrundverhältnisse eine sorgfältige Ermittlung der Frostempfindlichkeitsklasse. Unsere Laboranalytik bestimmt den Feinkornanteil < 0,063 mm gemäß DIN 18123, die Korndichte nach DIN 18124 und den Wassergehalt nach DIN 18121. Die Einstufung des Bodens in die Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 erfolgt dann gemäß ZTV E-StB — in den Auebereichen Lippstadts erreichen wir regelmäßig F3, was eine Erhöhung der Oberbaudicke um 5 bis 15 cm gegenüber der Standardbemessung erforderlich macht.
Dimensionierung flexibler Fahrbahnbefestigungen in Lippstadt
Technisches Referenzbild — Lippstadt

Standortspezifische Faktoren

Der Vergleich zweier Gewerbegebiete macht die Problematik deutlich: Im Industriegebiet Lipperbruch stehen sandige Terrassenschotter mit Ev2-Werten um 60 MN/m² an — hier reicht oft ein Regelaufbau nach RStO Tafel 1, Zeile 1. Dagegen messen wir im Erschließungsgebiet Cappel-Ost auf Auelehm selbst nach 40 cm Bodenaustausch selten mehr als 25 MN/m², was eine deutliche Verstärkung des Oberbaus erzwingt. Wer diese Unterschiede ignoriert, riskiert innerhalb weniger Winter Frosthebungen von 2 bis 4 cm, die als Querrisse in der Asphaltdecke sichtbar werden. In der Lippstädter Niederung kommt erschwerend hinzu, dass der Grundwasserflurabstand im Frühjahr auf unter 1,5 m ansteigen kann — eine Situation, die kapillaren Wasseraufstieg in die Frostschutzschicht begünstigt und die Tragfähigkeit des Planums saisonal um bis zu 40 % reduziert.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Bemessungsnorm (Asphalt)RStO 12, Fassung 2012
Frostempfindlichkeitsklasse (Auelehm Lippstadt)F3 (sehr frostempfindlich)
Äquivalente Achsübergänge (Bk100)≥ 10 Mio. pro Fahrstreifen
Verformungsmodul EV2 Planum≥ 45 MN/m² (Schottertragschicht)
Verdichtungsgrad DPr (Tragschicht)≥ 100 % (einfache Proctordichte)
Durchlässigkeit Frostschutzschichtkf ≥ 1×10⁻⁵ m/s (DIN 18130-1)
Typische Oberbaudicke Bk100, Lippstadt65–75 cm (Asphalt + Tragschichten)
KorngrößenanalyseDIN EN ISO 17892-4

Verwandte Dienstleistungen

01

Plattendruckversuch (statisch)

Ermittlung des Verformungsmoduls EV2 auf Planum und Tragschichten nach DIN 18134. Der Lastplattendurchmesser von 300 mm erfasst das für den Oberbau maßgebende Spannungsniveau. In Lippstadt führen wir die Prüfung bevorzugt im Frühjahr durch, um die ungünstigsten Feuchtebedingungen abzubilden.

02

Frostschutzbemessung nach RStO

Bestimmung der Frosteindringtiefe und Festlegung der erforderlichen Oberbaudicke unter Berücksichtigung der lokalen Klimazone (Region Lippstadt: Frosteinwirkungszone II mit ca. 625 mm Jahresniederschlag).

03

Laborversuche zur Bodenklassifikation

Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen und Wassergehalt nach DIN 18121 bis 18123. Die Klassifikation nach DIN 18196 liefert die Grundlage für die Einstufung in Frostempfindlichkeitsklassen und die Wahl der geeigneten Tragschicht.

04

Dynamischer Plattendruckversuch (Leichtes Fallgewichtsgerät)

Zerstörungsfreie Verdichtungskontrolle mit dem dynamischen Verformungsmodul Evd. Die schnelle Prüfung erlaubt eine flächendeckende Qualitätssicherung der Frostschutz- und Schottertragschichten, bevor die Asphaltschichten eingebaut werden.

Geltende Normen

RStO 12 — Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, DIN 18196 — Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, ZTV E-StB — Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN 18121 — Wassergehalt durch Ofentrocknung, DIN EN 13286-2 — Proctordichte und Wassergehalt (Tragschichten ohne Bindemittel)

Gängige Fragen

Welche Bauklasse wird für eine Erschließungsstraße im Gewerbegebiet Lippstadt angesetzt?

Für Gewerbegebiete mit regelmäßigem Schwerlastverkehr setzen wir nach RStO mindestens die Bauklasse Bk3,2 an. Die genaue Einstufung hängt von der prognostizierten Anzahl äquivalenter 10-Tonnen-Achsübergänge ab. Bei einem Logistikzentrum mit täglich mehr als 50 Lkw-Bewegungen kann auch die Bk100 erforderlich werden. Die Lippstädter Aueböden erfordern dann eine frostsichere Gesamtdicke des Oberbaus von oft 70 bis 80 cm.

Wie tief reicht der Frost in Lippstadt üblicherweise in den Straßenoberbau ein?

Lippstadt liegt in der Frosteinwirkungszone II. Die rechnerische Frosteindringtiefe beträgt hier je nach Winterhärte zwischen 60 und 80 cm unter Oberkante Fahrbahn. In den bindigen Auelehmen östlich der Lippe kann die tatsächliche Eindringtiefe wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit des feuchten Bodens die oberen Werte erreichen. Deshalb dimensionieren wir die Frostschutzschicht mit einem Sicherheitszuschlag von 10 cm.

Mit welchen Kosten muss man für die Bemessung flexibler Fahrbahnen in Lippstadt rechnen?

Die Kosten für eine vollständige Dimensionierung flexibler Fahrbahnen — inklusive Baugrunderkundung, Laborversuchen, Frostbemessung und Prüfbericht — liegen in Lippstadt je nach Projektgröße zwischen €1.750 und €4.750. Kleinere Vorhaben wie eine Hofbefestigung bewegen sich am unteren Ende, während Erschließungsstraßen mit mehreren Aufschlusspunkten und umfangreicher Labordiagnostik den oberen Bereich erreichen.

Welche Bodenarten sind in Lippstadt besonders kritisch für den Straßenoberbau?

Die organisch durchsetzten Auelehme und tonigen Schluffe in der Lippeaue sind die kritischsten Bodentypen. Sie neigen bei Wasseraufnahme zu starkem Quellen und verlieren bei Sättigung rasch an Tragfähigkeit. Zudem sind sie extrem frostempfindlich (Klasse F3). In diesen Bereichen ist meist ein Bodenaustausch von mindestens 40 cm Mächtigkeit erforderlich, bevor die Frostschutzschicht aufgebaut werden kann.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Lippstadt und Umgebung.

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